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29. Jun 2005

Zu Tisch meine Damen und Herren

Von einer Mär möchte ich erzählen, die mir zugeflogen, eine gar grausige und erschütternde: So trug es sich zu, in jenen Tagen, dass man die erste Versammlung abhielt, bei der die neuen Mitglieder der Tafelrunde genannt wurden. Von ihm wurden sie genannt, den man nach seinem Pferd-nannte, den Fürsten vom Rottenstein.
Zwar - und das muss ich vorher noch berichten - wurde den Fürsten des Landes aufgetragen, vom König Loui I. persönlich, im Sinne des Volkes zu handeln, doch lag die letzt Willkür stets beim Fürsten selbst. Und so verhielt es sich, dass dieses mal nicht diejenigen an der Tafel sitzen durften, die das Volk für würdig erachtet hatte, sondern jene, die am lautesten und am deutlichsten: „Sehr wohl mein Fürst, so soll es geschehen!“ sagen konnten.
Siegesfried aus dem Walde und Franziskus der Münzverständige schieden dabei wohl völlig aus, denn ihnen wurde die Ehre, der edlen Runde anzugehören, nicht zu Teil, obwohl das Volk dies so gewünscht hatte. Auch ist die größte Stätte jener Ländereien nur durch einen Ritter vertreten und zwar durch diesen mit dem karierten Frack, der wohl zu schwach sein wird, seine Untertanen gebührend zu schützen und für sie Fürsprache zu halten.
Ja, Fürst von Rottenstein nützt sie aus, die Macht die ihm gegeben ist und es ist ihm dabei egal, wie sehr seine Ländereien, die als die schönsten und größten gelten, unter seiner Willkür leiden und zunehmend verfallen. Er hält sich wohl genau an Machiavelli, der schrieb: „Der Fürst, der seine Macht behalten will, muss lernen, grausam und vertragsbrüchig zu handeln, wenn es die Notwendigkeit gebietet. Er muss sowohl Löwe als auch Fuchs sein.“
Mir oblag die Bürde euch das alles zu berichten; euch zu verkünden die Mär oder ist es gar mehr? Ist es wahr?

Hartzmut IV.



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