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30. Jun 2005

Das Lied vom Wanderer

Vivos voco
Mortuos plango
Fulgura frango

Fest gemauert in der Erden
Steht der Wanderer, im rot – weiß kariertem Gewand:

„Heute muss die Wanderung werden,
Frisch Gesellen! Den Wanderstab zur Hand!
Von der Stirne heiß
Rinnen muss der Schweiß!
Zur Wanderung, die wir ernst bereiten,
Geziemt sich wohl ein ernstes Wort;
So lasst uns jetzt mit Fleiße schreiten
Auf den Wegen immer fort.
Mit Mountainbikern lasst uns streiten,
Als gehörte uns ein jeder Ort.“

Das ist’s ja, was den Wanderer zieret
Und dazu ward ihm der Verstand,
Dass er im inneren Herzen spüret,
Ihm gehört jede Felsenwand.

„Nehmt die Pilze aus dem Walde
Und all die Beeren noch hinzu,
dass wir früh am Abend balde,
kommen noch zu unserer Ruh.

In der günstigsten Unterkunft
Lasst das Geld nie aus der Hand!“
Das ist des Urlaubers Vernunft
Und er befolgt sie, bei klarem Verstand.

So ziemt es sich am schönen Ritten,
Dass in des Sommers heißer Pracht,
Wo sie einstmals nur ums Wasser stritten,
Ein greiser Wanderer vom Felsen lacht.

Und wenn der letzte dieser dann
Altersschwach vom Felsen fällt,
Denkt man auch am Ritten dran:
"Was den Leuten wohl gefällt?"

Dann wird man wieder überlegen
In der Tourismusbranche wohlbedacht:
"Den Gast am Ritten muss man pflegen!
Bis jetzt haben wir es falsch gemacht."
v. Schriller



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