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22. Sep 2005

Abgekratzt

Es war der Abend des 16. September. Franz W. aus K. machte sich mit seinem weißen PKW gerade auf den Heimweg. Noch ahnte er nichts. Er hatte, wie jeden Abend, ein paar Gläschen, nach der Arbeit, getrunken. Hätte er eine Ahnung davon gehabt, was ihn erwarten würde, so hätte er das letzte Glas vielleicht nicht mehr getrunken. Hätte seine all-abendliche „Wirtshausrunde“ vielleicht etwas verkürzt oder gar ganz ausfallen lassen. Aber er hat sie durchgezogen, wie schon seit mehr als zwanzig Jahren, jeden Abend! „Dai oans geat schun“ hat es immer geheißen für den Franz. Bis zu jenem Abend. Die Rettungskräfte meinten später der Presse gegenüber, ein so grausames Bild habe sich ihnen noch nie geboten. Einen so schweren Verkehrsunfall überlebt man nicht. Vom weißen PKW war nicht mehr viel übrig, vom Franz noch weniger. Mit 160 Stundenkilometern gegen die Leitplanken, ohne Bremsspuren. Der Notarzt erklärte den Franz nur noch für tot, nachdem er dessen Überreste von der Leitplanke gekratzt hatte. Abgekratzt. Tragisch und makaber zwar, aber Realität. Alkohol am Steuer, ein Problem vorwiegend von den älteren Generationen. Von denjenigen, die es eigentlich schon wissen sollten und die ansonsten auch immer in den Wirtshäusern mit schlauen Sprüchen tönen. Ein Problem von denjenigen, die es aber nie lernen werden, die weiterhin jeden Abend von Wirtshaus zu Wirtshaus ziehen und dann immer heil nach Hause kommen, bis, ja bis es ihnen eines Tages so geht wie dem Franz W. aus K.

(alle möglichen Gemeinsamkeiten mit einer solchen imaginären Person wie dem Franz W. aus K. sind rein zufällig und ungewollt)

harzl



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